MK-Japan-Blog

Hier werden in loser Folge Nachrichten und Kommentare zu Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Politik, Gesellschaft, Geschichte und Kultur Japans vorgestellt. Darüber hinaus kommen Sprichwörter, Redensarten und mehr oder weniger bekannte Aussprüche zur Veröffentlichung.

Wenn Du ein Schiff bauen willst

「船を造りたいのなら、男どもを森に集めたり、仕事を割り振って命令したりする必要はない。代わりに、彼らに広大で無限な海の存在を説けばいい。」(アントワーヌ・ド・サン=テグジュペリ、1900年~194412年)
Fune o tsukuritai no nara, otokodomo o mori ni atsumetari, shigoto o warifutte meirei shitari suru hitsuyō wa nai. Kawari ni, karera ni kōdai de mugen na umi no sonzai o tokeba ii.
“If you want to build a ship, don’t drum up the men to gather wood, divide the work and give orders. Instead, teach them to yearn for the vast and endless sea.”
« Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois, couper des planches et distribuer du travail, mais réveille au sein des hommes le désir de la mer grande et belle. »
„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ (Antoine de Saint-Exupéry, 1900–1944)

Die Lüge [6]

商人の嘘は神もお許し
Akindo no uso wa kami mo o-yurushi
Selbst der Allmächtige entschuldigt die Lügen eines Kaufmanns.
„Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“ (Johann Tetzel, ca. 1460–1519)

商人の嘘は神もお許し
Akindo no uso wa kami mo o-yurushi
Even the Almighty exculpates lies of a merchant.
“As soon as the coin in the coffer rings, the soul from purgatory springs.” (Johann Tetzel, ca. 1460–1519)

Nicht für sich selbst

「自分のためにでなく」
Jibun no tame ni de wa naku
Non Sibi
Not for Self
Nicht für sich selbst

「自分のためにでなく、祖国のために」
Jibun no tame ni de wa naku, sokoku no tame ni
Not for Self, but Country.
Non sibi, sed patriae.
Nicht für sich selbst, sondern für das Vaterland.

Anmerkung
Die Kurzform Non Sibi erinnert unter anderem als Inschrift von Gräbern und Kriegsdenkmälern oder Motto von allgemeinbildenden und militärischen Schulen sowie von Kampfverbänden an die Unbedeutsamkeit eigener Zwecksetzungen und des eigenen Lebens im Vergleich zur beispiellosen Größe und Erhabenheit der Gemeinschaft namens Vaterland, für dessen Verteidigung und Rettung kein Opfer zu groß sein kann. Honi soit qui mal y pense.

Neid ist der Begleiter des Ruhms.

高木は風に折らる
Kōboku wa kaze ni oraru
Hohe Bäume fangen viel Wind.
Invidia gloriae comes. (Cornelius Nepos)
Neid ist der Begleiter des Ruhms.

高木は風に折らる
Kōboku wa kaze ni oraru
Tall trees catch much wind.
The highest branch is not the safest roost.
Envy is a companion to glory.

Anmerkung
Anstelle von Kōboku wa kaze ni oraru 高木は風に折らる kann man auch Taiboku wa kaze ni oraru 大木は風に折らる sagen.

Lebe in der Gegenwart.

明日は明日の風が吹く
Ashita wa ashita no kaze ga fuku
Morgen weht der Wind von Morgen.
„Et kütt wie et kütt.“
[Artikel 2 des Rheinischen Grundgesetzes]
Sorge Dich nicht um morgen.
Es geht immer weiter.
Lebe in der Gegenwart.

明日は明日の風が吹く
Ashita wa ashita no kaze ga fuku
Tomorrow blows tomorrow’s wind.
Let the morn come and the meat with it.

Freude und Schmerz

楽あれば苦あり
Raku areba ku ari
Wo es Freude gibt, gibt es auch Schmerz.
Wer sich vergnügt, muß danach die Zeche zahlen.
Wer seine Zeit verschwendet, dem läuft sie später davon.

楽あれば苦あり
Raku areba ku ari
He that will have the pleasure must endure the pain.
There is no pleasure without pain.
A wasted time is a wasted life.

Anmerkung
Dieses Sprichwort steht auf der 22. von 48 Karten des traditionellen Iroha-Kartenspiels von Edo (Edo Iroha Karuta), heute Tokyo.

Häßliche Frauen sind leidenschaftlicher

悪女の深情け
Akujo no fukanasake
Ugly women are more passionate.
Häßliche Frauen sind leidenschaftlicher.

Anmerkung
Mit akujo 「悪女」 [1. Frau mit einem unguten Charakter. 2. Frau mit unschönen Gesichtszügen] sind in dieser sprichwörtlichen Redensart Trägerinnen eines von der Natur unterdurchschnittlich begünstigten Gesichts gemeint. Japanerinnen und Japaner können sie recht unterschiedlich benutzen. So willkommen die leidenschaftliche Liebe einer „häßlichen Frau“ für einen Mann auf der einen Seite sein mag, so eine „unwillkommene Gunst“ [arigata meiwaku 「ありがた迷惑」] sei ihre leidenschaftliche Eifersucht auf der anderen Seite. Als Beispielsatz wäre folgende Anwendung denkbar:
【用例】「私にはもったいない程、若くて美男子の彼を射止めることができたから、悪女の深情けにならないよう気をつけなければ」
Watashi ni wa mottainai hodo, wakakute bidanshi no kare o itomeru koto ga dekita kara, akujo no fukanasake ni naranai yō ki o tsukenakereba
„Wenn ich unverdientermaßen einen jungen, gutaussehenden Mann gewinnen sollte, muß ich aufpassen, nicht zu leidenschaftlich und zu eifersüchtig zu werden.“ [„(…), sonst verliere ich ihn rasch wieder.“ schwingt hier unausgesprochen mit.]

Der rechte Weg

「朝に道を聞かば、夕べに死すとも可なり」
Ashita ni michi o kikaba, yūbe ni shisu tomo ka nari
„Wenn ich am Morgen den rechten [Lebens-] Weg erführe, könnte ich am Abend ohne Bedauern und mit Frieden in der Seele sterben.“

「朝聞道,夕死可矣」
zhāo wén dào, xī sǐ kě yĭ
“If in the morning I were to gain knowledge of the correct path (in life), I would be able to die at sunset without regrets.”

Anmerkung
Das Original geht auf den chinesischen Gelehrten Konfuzius (ca. 551 v.u.Z. bis ca. 479 v.u.Z.) zurück und stammt aus dem „Lún Yǔ“ 論語 [Kurzzeichen 论语, jp. „Rongo“, deutsch „Gespräche des Konfuzius“, „Analekten des Konfuzius“ oder auch „Gesammelte Aussprüche des Konfuzius“].