Wer sein Geschäft nicht mag

「好きこそ物の上手なれ」
Suki koso mono no jōzu nare
Gerade weil man etwas gern macht, wird man schließlich gut darin.
Wer sein Geschäft nicht mag, den mag sein Geschäft auch nicht.

「好きこそ物の上手なれ」
Suki koso mono no jōzu nare
Qui n’aime son métier, son métier ne l’aime.
Who likes not his business, his business likes not him.

Anmerkung
Synonyme japanische Sprichwörter sind zum Beispiel „Suki wa jōzu no moto“ 「好きは上手の元」, „Michi wa konomu tokoro ni yotte yasushi“ 「道は好む所によって易し」 sowie „Narau yori nare yo“ 「習うより慣れよ」 respektive „Narau yori narero“ 「習うより慣れろ」 im Sinne von „Übung macht den Meister.“ und „Durch Training wird man stark.“. Die Quelle für das englische Sprichwort „Who likes not his business, his business likes not him.“ ist das von William Carew Hazlitt (1834–1913) erstellte und im Jahr 1869 herausgegebene Werk „English Proverbs and Proverbial Phrases. Collected from the Most Authentic Sources Alphabetically Arranged and Annotated by William Carew Hazlitt“ (London: John Russell Smith, S. 471).

Die antonyme sprichwörtliche Redensart „Heta no yokozuki“ 「下手の横好き」 wird im Fall von stümperhafter Liebhaberei verwendet, wenn jemand etwas ebenso gern wie ungeschickt tut. Sie bekommt, auf sich selbst angewendet, eine Nuance von Bescheidenheit.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

「漁夫の利」
Gyofu no ri
Des Fischers Gewinn.
Wenn Schnepfe und Venusmuschel streiten, fängt der Fischer beide.
Duobus certantibus tertius gaudet.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

「漁夫の利」
Gyofu no ri
The benefit of the fisherman.
A fight between a snipe and a clam ends in the fisherman’s profit.
Two dogs strive for a bone, and a third runs away with it.
When two people quarrel, a third rejoices.

Anmerkung
Die Geschichte von der Schnepfe und der Venusmuschel [ch. yù bànɡ xiānɡ zhēnɡ, yú wēnɡ dé lì 鷸蚌相爭,漁翁得利] stammt ursprünglich aus dem chinesischen Werk „Strategien der Streitenden Reiche“ (ch. Zhànguócè 《戰國策》, jp. Sengokusaku 『戦国策』, engl. “Strategies of the Warring States”) über die Geschichtsepoche zwischen dem 5. und dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Das Werk stammt wahrscheinlich aus der Feder des politischen Strategen Su Qin (340–284 v.u.Z.) [Sū Qín 苏秦] und wurde von Liu Xiang (77–6 v.u.Z.) [Liú Xiàng 劉向] herausgegeben. Ein japanisches Synonym für den „Wettkampf zwischen der Schnepfe und der Venusmuschel“ lautet »Ippō no arasoi« 「鷸蚌の争い」. Das Kompositum für Schnepfe und Venusmuschel kann sinojapanisch sowohl Ippō als auch Itsubō 鷸蚌 gelesen werden. In der lebendigsten aller toten europäischen Sprachen ist diese Weisheit auch als Duobus litigantibus tertius gaudet und Duobus certantibus tertius gaudet bekannt.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

「一石二鳥」
isseki nichō
Ein Stein, zwei Vögel.
Zwei Vögel mit einem Stein erlegen.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

「一石二鳥」
isseki nichō
One stone, two birds.
To kill two birds with one stone.

Intelligenz schützt nicht vor Dummheit.

「知能は無知から我々を守ってくれない」
(エルンスト・アレクサンダー・ラウター、1929年~2006年)
Chinō wa muchi kara wareware o mamotte kurenai
“Intelligence does not protect from ignorance.”
„Intelligenz schützt nicht vor Dummheit.“ (Ernst Alexander Rauter, 1929–2006)

Quelle: Rauter, Ernst Alexander: Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht. Über das Herstellen von Untertanen. München: Weismann, 1971, S. 17.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

「すべての始まりに不思議な力が宿る」
(ヘルマン・ヘッセ、1877~1962)
Subete no hajimari ni fushigi na chikara ga yadoru
In every beginning lives a magic.
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
(Hermann Hesse, 1877–1962)

Beharrlichkeit führt zum Ziel.

雨垂れ石を穿つ
Amadare ishi o ugatsu
Regentropfen höhlen den Stein aus.
Gutta cavat lapidem non vi, sed saepe cadendo.
Der Tropfen höhlt den Stein nicht durch Gewalt, sondern durch häufiges Fallen.
La goccia scava la pietra.
Steter Tropfen höhlt den Stein.
Beharrlichkeit führt zum Ziel.

雨垂れ石を穿つ
Amadare ishi o ugatsu
Constant dropping wears away a stone.
Gutta cavat lapidem non vi, sed saepe cadendo.
The drop of water hollows the rock not by force, but by often falling.
With ordinary talent and extraordinary perseverance, all things are attainable.
Little strokes fell big oaks.
Perseverance will bring success.

Anmerkung
Zu dem japanischen Sprichwort Amadare ishi o ugatsu 「雨垂れ石を穿つ」 gibt es eine Reihe von sinnverwandten Sprichwörtern. Semantisch am nächsten stehen ihm Suiteki ishi o ugatsu 「水滴石を穿つ」 und Tenteki ishi o ugatsu 「点滴石を穿つ」. Als Herkunft des Sprichwortes gilt das chinesische Geschichtswerk Hàn Shū 《汉书》 / 《漢書》, japanisch Kanjo 『漢書』. Es wurde in der Späten Han-Dynastie (auch Östliche Han-Dynastie, 25 bis 220 n.u.Z.) herausgegeben und ist die wichtigste Quelle zur Frühen Han-Dynastie (auch Westliche Han-Dynastie, 206 v.u.Z. bis 8 n.u.Z.) sowie zur Herrschaft des chinesischen Kaisers Wáng Mǎng, dessen Regierungszeit von 9 bis 23 n.u.Z. als Interregnum im Bürgerkrieg endete und in die Späte Han-Dynastie mündete. Das ältere klassische Sprichwort lautet shuǐdī shíchuān 水滴​石穿, das jüngere dīshuǐ chuānshí 滴水​穿石. Beide existieren bis in die Gegenwart in der chinesischen Gegenwartssprache fort.

Wonach streben

「成功のためではなく、価値のある人間になるために努力せよ」
Seikō no tame de wa naku, kachi no aru ningen ni naru tame ni doryoku seyo
“Strive not to be a success, but rather to be of value.”
„Strebe nicht danach, erfolgreich zu sein, sondern wertvoll.“
(Albert Einstein, 1879–1955)

Warten auf Godot

見詰める鍋は煮えない
Mitsumeru nabe wa nienai
Vom Anstarren wird der Topf nicht kochen.
Wenn man auf etwas wartet, dauert es besonders lang.
Beim Warten wird die Zeit lang.

見詰める鍋は煮えない
Mitsumeru nabe wa nienai
Le temps ne passe pas quand on attend.
A watched kettle never boils.
A watched pot never boils.

Wenn du es träumen kannst

「夢見ることができれば、それは実現できる」
(ウォルト・ディズニー、1901年~1966年)
Yume miru koto ga dekireba, sore wa jitsugen dekiru
“If you can dream it, you can do it.”
„Wenn du es träumen kannst, kannst du es auch tun.“ (Walt Disney, 1901–1966)

Anmerkung
Piri (Piroschka), Tochter des Stationsvorstehers in dem kleinen Ort Hódmezővásárhelykutasipuszta („Biberfeldmarktplatzbrunnenheide“) in Südostungarn, sagte im Schlussakt der romantischen Filmkomödie »Ich denke oft an Piroschka« (1955) von Kurt Hoffmann (1910–2001) nach einem Roman (1954) von Hugo Hartung (1902–1972), angefüllt mit einer idyllischen Handlung in einer heilen Welt, wo jeder seinen Platz kennt und pflichtbewusst und verantwortungsvoll einnimmt, beim Bahndamm im Gras zu Andi (Andreas), möglicherweise auf einen Kuss wartend: „Nicht reden, tun musst du es!“