Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen. [2]

「虻蜂取らず」
Abu hachi torazu
Weder Bremse noch Wespe fangen.
Wer zweierlei zugleich will, bekommt nichts.
Wer zu viel will, bekommt gar nichts.
Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen.

「虻蜂取らず」
Abu hachi torazu
To catch neither horsefly nor wasp.
Between two stools one falls to the ground.
He that hunts two hares loses both.
If you run after two hares, you will catch neither.

Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen. [1]

「二兎を追う者は一兎をも得ず」
Ni to o ou mono wa itto o mo ezu
Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen.
Duos qui sequitur lepores neutrum capit.
Man kann nicht hinter zwei Hasen zugleich herlaufen.
„Sei wie eine Briefmarke. Bleib an einer Sache dran, bis du am Ziel bist.“ (Josh Billings)
„Multitasking ist bloß die Gelegenheit, mehr als eine Sache auf einmal zu versemmeln.“ (Steve Uzzell)

「二兎を追う者は一兎をも得ず」
Ni to o ou mono wa itto o mo ezu
If you run after two hares, you will catch neither.
Duos qui sequitur lepores neutrum capit.
“Be like a postage stamp. Stick to one thing until you get there.” (Josh Billings)
“Multitasking is merely the opportunity to screw up more than one thing at a time.” (Steve Uzzell)

Hans Dampf in allen Gassen

「多芸は無芸」
Tagei wa mugei
Wer zu viele Künste zu beherrschen sucht, meistert keine.
Wer vielen Künsten dient, dient keiner.
Hans Dampf in allen Gassen.

「多芸は無芸」
Tagei wa mugei
Too many accomplishments make no accomplishment.
A person who has a competent grasp of many skills but who is not outstanding in any one.
Jack of all trades, master of none.

Genug ist genug.

「仏の顔も三度」
Hotoke no kao mo sando
Selbst ein Buddha gerät aus der Fassung, wenn er dreimal ins Gesicht geschlagen wird.
Wenn man ihn zu sehr reizt, fährt auch der Geduldigste aus der Haut.
Genug ist genug.

「仏の顔も三度」
Hotoke no kao mo sando
Even Buddha may be upset if his face is hit three times.
To try the patience of a saint.
Enough is enough.

Anmerkung
Dieses Sprichwort steht auf der 5. von 48 Karten des traditionellen Iroha-Kartenspiels von Kyoto (Kyoto Iroha Karuta) und Kamigata (Kamigata Iroha Karuta). Der geographische Begriff Kamigata bezeichnet i.e.S. Kyōto und Ōsaka, i.w.S. darüber hinaus auch die fünf anderen Präfekturen der Kinki-Region namens Hyōgo, Nara, Mie, Shiga und Wakayama. Während der Zeit des Tokugawa-Shogunates (1603–1868) bezeichnete Kamigata die fünf Provinzen Yamato (Präfektur Nara), Yamashiro (Süden der heutigen Präfektur Kyōto), Settsu (Teile der heutigen Präfekturen Ōsaka und Hyōgo), Kawachi (Osten der heutigen Präfektur Ōsaka) und Izumi (Süden der heutigen Präfektur Ōsaka).

Tauben Ohren predigen

「馬の耳に念仏」
Uma no mimi ni nenbutsu
Eine Sutra in ein Pferdeohr.
Tauben Ohren predigen.

「馬の耳に念仏」
Uma no mimi ni nenbutsu
A sutra in a horse’s ear.
Preaching to deaf ears.

Die Welt ist ein Dorf!

「世間は広いようで狭い」
Seken wa hiroi yō de semai
Die Welt ist nicht so groß wie sie scheint.
Die Welt ist ein Dorf!

「世間は広いようで狭い」
Seken wa hiroi yō de semai
It’s a small world after all!
It’s a small world!

Anmerkung
Neben »Seken wa hiroi yō de semai« 「世間は広いようで狭い」 gibt es auch die alternative sprichwörtliche Redensart »Yo no naka wa hiroi yō de semai« 「世の中は広いようで狭い」 in der japanischen Gegenwartssprache.

Einem Tiger Flügel verleihen

「虎に翼」
Tora ni tsubasa
Adding wings to a tiger.
Einem Tiger Flügel verleihen.

Anmerkung
Wenn man in China einen Starken unnotwendigerweise stärkt, sagt man ebenfalls, das sei so, als ob man einem Tiger Flügel verliehe: 如虎添翼 rú hǔ tiān yì. Häufig wird diese Redensart in einem Kontext gebraucht, um zu betonen, dass dieser zusätzliche Vorteil aus der Sicht des Sprechers nicht wünschenswert sei. Der Ausspruch stammt aus dem legalistischen Werk „Meister Han Fei“ [ch. Hán Fēi zǐ 《韓非子》, jp. Kanpishi 『韓非子』] des chinesischen politischen Philosophen Han Fei (ca. 280 bis 233 v.u.Z.). Ein japanisches Synonym dieser sprichwörtlichen Redensart lautet Oni ni kanabō 鬼に金棒 [Einem Dämon noch eine Eisenstange geben]. Es steht auf der 27. von 48 Karten des traditionellen japanischen Iroha-Kartenspiels von Edo (Edo Iroha Karuta), heute Tokyo.

Beharrlichkeit führt zum Ziel.

雨垂れ石を穿つ
Amadare ishi o ugatsu
Regentropfen höhlen den Stein aus.
Gutta cavat lapidem non vi, sed saepe cadendo.
Der Tropfen höhlt den Stein nicht durch Gewalt, sondern durch häufiges Fallen.
La goccia scava la pietra.
Steter Tropfen höhlt den Stein.
Beharrlichkeit führt zum Ziel.

雨垂れ石を穿つ
Amadare ishi o ugatsu
Constant dropping wears away a stone.
Gutta cavat lapidem non vi, sed saepe cadendo.
The drop of water hollows the rock not by force, but by often falling.
With ordinary talent and extraordinary perseverance, all things are attainable.
Little strokes fell big oaks.
Perseverance will bring success.

Anmerkung
Zu dem japanischen Sprichwort Amadare ishi o ugatsu 「雨垂れ石を穿つ」 gibt es eine Reihe von sinnverwandten Sprichwörtern. Semantisch am nächsten stehen ihm Suiteki ishi o ugatsu 「水滴石を穿つ」 und Tenteki ishi o ugatsu 「点滴石を穿つ」. Als Herkunft des Sprichwortes gilt das chinesische Geschichtswerk Hàn Shū 《汉书》 / 《漢書》, japanisch Kanjo 『漢書』. Es wurde in der Späten Han-Dynastie (auch Östliche Han-Dynastie, 25 bis 220 n.u.Z.) herausgegeben und ist die wichtigste Quelle zur Frühen Han-Dynastie (auch Westliche Han-Dynastie, 206 v.u.Z. bis 8 n.u.Z.) sowie zur Herrschaft des chinesischen Kaisers Wáng Mǎng, dessen Regierungszeit von 9 bis 23 n.u.Z. als Interregnum im Bürgerkrieg endete und in die Späte Han-Dynastie mündete. Das ältere klassische Sprichwort lautet shuǐdī shíchuān 水滴​石穿, das jüngere dīshuǐ chuānshí 滴水​穿石. Beide existieren bis in die Gegenwart in der chinesischen Gegenwartssprache fort.

Warten auf Godot

見詰める鍋は煮えない
Mitsumeru nabe wa nienai
Vom Anstarren wird der Topf nicht kochen.
Wenn man auf etwas wartet, dauert es besonders lang.
Beim Warten wird die Zeit lang.

見詰める鍋は煮えない
Mitsumeru nabe wa nienai
Le temps ne passe pas quand on attend.
A watched kettle never boils.
A watched pot never boils.