Das Leben ist kurz. [8]

「光陰に関守なし」
Kōin ni sekimori nashi
Die Zeit hat keinen Grenzwächter.
Die Zeit lässt sich nicht anhalten.
Tempus fugit.
Das Leben ist kurz.

「光陰に関守なし」
Kōin ni sekimori nashi
Time has no barrier keeper.
There is no barrier that can stop the progress of time.
Time flies.
Life is short.

Anmerkung
Das Schriftzeichen 「光」 [jp. Kō, hikari, hika(ru); ch. guāng] bedeutet hauptsächlich „strahlen/Strahlen“, „leuchten/Leuchten“, „glänzen/Glänzen“, „funkeln/Funkeln“, „gleißen/Gleißen“ etc. sowie „Ruhm“ und „Ehre“. In der obigen sprichwörtlichen Redensart steht es für „Sonne(nstrahlen)“. Das zweite Schriftzeichen 「陰」 [jp. In, An, On, kage, kage(ru), kumo(ru), hiso(ka); ch. yīn, yìn, ān] bedeutet in „Kōin ni sekimori nashi“ 「光陰に関守なし」 [Die Zeit hat keinen Grenzwächter.] „Mond“ und steht im Japanischen auch für „Schatten“. Als Kompositum bedeutet 「光陰」 [jp. kōin, ch. guāngyīn]: die Zeit(en).

Chinesische – und japanische – Mittelschüler lernen je nach Schulort nicht nur weitere Bedeutungen, wie „bewölkt“, „finster“, „dunkel“, „das negative/weibliche Prinzip Yīn von Yin und Yang“ im Daoismus [jp. dōkyō, ch. dàojiào 道教 oder auch jp. dōka, ch. dàojiā 道家, wörtlich „Lehre des Weges“], „negativ geladene Körper (Elektronenüberschuss)“, „implizit“, „versteckt“, „heimlich“, „geheim“, „verborgen“, „vertraulich“, „Genitalien“ sowie den „Familiennamen Yīn“], sondern auch unterschiedliche Schreibweisen: 陰|隂|阴.

Synonyme japanische sprichwörtliche Redensarten sind zum Beispiel 「人生は風前の灯」 Jinsei wa fūzen no tomoshibi [Das Leben ist wie eine Kerze im Wind.], 「光陰矢の如し」 Kōin ya no gotoshi [Die Zeit ist/fliegt wie ein Pfeil.], 「光陰人を待たず」 Kōin hito o matazu [Die Zeit wartet auf niemanden.], 「人生蜉蝣の如し」 Jinsei kagerō no gotoshi [Das menschliche Leben währt so kurz wie das einer Eintagsfliege.], 「人生は朝露の如し」 Jinsei wa chōro no gotoshi [Das menschliche Leben ist so vergänglich wie der Morgentau.], 「人生は風灯石火の如し」 Jinsei wa fūtō sekka no gotoshi [Das menschliche Leben ist so kurz wie der Funke von Schwefelkies und Feuerstein im Wind.] und 「有為転変は世の習い」 Ui tenpen wa yo no narai [Alle weltlichen Dinge sind vergänglich.]. Eine kürzere Variante für die letztgenannte synonyme, buddhistische sprichwörtliche Redensart ist das Vier-Schriftzeichen-Kompositum Ui tenpen 「有為転変」.

Das Leben ist kurz. [7]

「光陰人を待たず」
Kōin hito o matazu
Die Zeit wartet auf niemanden.
Das Leben ist kurz.

「光陰人を待たず」
Kōin hito o matazu
Time doesn’t wait for anyone.
Life is short.

Anmerkung
Das Schriftzeichen 「光」 [jp. Kō, hikari, hika(ru); ch. guāng] bedeutet hauptsächlich „strahlen/Strahlen“, „leuchten/Leuchten“, „glänzen/Glänzen“, „funkeln/Funkeln“, „gleißen/Gleißen“ etc. sowie „Ruhm“ und „Ehre“. In der obigen sprichwörtlichen Redensart steht es für „Sonne(nstrahlen)“. Das zweite Schriftzeichen 「陰」 [jp. In, An, On, kage, kage(ru), kumo(ru), hiso(ka); ch. yīn, yìn, ān] bedeutet in „Kōin hito o matazu“ 「光陰人を待たず」 [Die Zeit wartet auf niemanden.] „Mond“ und steht im Japanischen auch für „Schatten“. Als Kompositum bedeutet 「光陰」 [jp. kōin, ch. guāngyīn]: die Zeit(en).

Chinesische – und japanische – Mittelschüler lernen je nach Schulort nicht nur weitere Bedeutungen, wie „bewölkt“, „finster“, „dunkel“, „das negative/weibliche Prinzip Yīn von Yin und Yang“ im Daoismus [jp. dōkyō, ch. dàojiào 道教 oder auch jp. dōka, ch. dàojiā 道家, wörtlich „Lehre des Weges“], „negativ geladene Körper (Elektronenüberschuss)“, „implizit“, „versteckt“, „heimlich“, „geheim“, „verborgen“, „vertraulich“, „Genitalien“ sowie den „Familiennamen Yīn“], sondern auch unterschiedliche Schreibweisen: 陰|隂|阴.

Synonyme japanische sprichwörtliche Redensarten sind zum Beispiel 「人生は風前の灯」 Jinsei wa fūzen no tomoshibi [Das Leben ist wie eine Kerze im Wind.], 「光陰矢の如し」 Kōin ya no gotoshi [Die Zeit ist/fliegt wie ein Pfeil.], 「光陰に関守なし」 Kōin ni sekimori nashi [Die Zeit lässt sich nicht anhalten. (wörtlich: Die Zeit hat keinen Grenzwächter.)], 「人生蜉蝣の如し」 Jinsei kagerō no gotoshi [Das menschliche Leben währt so kurz wie das einer Eintagsfliege.], 「人生は朝露の如し」 Jinsei wa chōro no gotoshi [Das menschliche Leben ist so vergänglich wie der Morgentau.] und 「人生は風灯石火の如し」 Jinsei wa fūtō sekka no gotoshi [Das menschliche Leben ist so kurz wie der Funke von Schwefelkies und Feuerstein im Wind.].

Das Leben ist kurz. [6]

人生蜉蝣の如し
Jinsei kagerō no gotoshi
Das menschliche Leben währt so kurz wie das einer Eintagsfliege.
Das Leben ist kurz.

人生蜉蝣の如し
Jinsei kagerō no gotoshi
Human life is as short as that of a mayfly.
Life is short.

Anmerkung
Synonyme japanische sprichwörtliche Redensarten sind zum Beispiel 「人生は風前の灯」 Jinsei wa fūzen no tomoshibi [Das Leben ist wie eine Kerze im Wind.], 「光陰人を待たず」 Kōin hito o matazu [Die Zeit wartet auf niemanden.], 「光陰に関守なし」 Kōin ni sekimori nashi [Die Zeit lässt sich nicht anhalten. (wörtlich: Die Zeit hat keinen Grenzwächter.)], 「人生は風灯石火の如し」 Jinsei wa fūtō sekka no gotoshi [Das menschliche Leben ist so kurz wie der Funke von Schwefelkies und Feuerstein im Wind.] und 「人生は朝露の如し」 Jinsei wa chōro no gotoshi [Das menschliche Leben ist so vergänglich wie der Morgentau.].

Das Leben ist kurz. [5]

人生は風灯石火の如し
Jinsei wa fūtō sekka no gotoshi
Das menschliche Leben ist so kurz wie der Funke von Schwefelkies und Feuerstein im Wind.
Das Leben ist kurz.

人生は風灯石火の如し
Jinsei wa fūtō sekka no gotoshi
Life is as brief as a spark struck from pyrites and flint.
Life is short.

Anmerkung
Synonyme japanische sprichwörtliche Redensarten sind zum Beispiel 「人生は風前の灯」 Jinsei wa fūzen no tomoshibi [Das Leben ist wie eine Kerze im Wind.], 「光陰人を待たず」 Kōin hito o matazu [Die Zeit wartet auf niemanden.], 「光陰に関守なし」 Kōin ni sekimori nashi [Die Zeit lässt sich nicht anhalten. (wörtlich: Die Zeit hat keinen Grenzwächter.)], 「人生蜉蝣の如し」 Jinsei kagerō no gotoshi [Das menschliche Leben währt so kurz wie das einer Eintagsfliege.] und 「人生は朝露の如し」 Jinsei wa chōro no gotoshi [Das menschliche Leben ist so vergänglich wie der Morgentau.].

Vorbei ist vorbei.

落花枝に返らず、破鏡再び照らさず
Rakka eda ni kaerazu, hakyō futatabi terasazu
Zu Boden gefallene Blüten kehren nicht an den Zweig zurück, ein zerbrochener Spiegel kann kein Bild mehr zurückwerfen.
Was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden.
Was geschehen ist, ist geschehen.
Was passiert ist, ist passiert.
Hin ist hin.
Vorbei ist vorbei.

落花枝に返らず、破鏡再び照らさず
Rakka eda ni kaerazu, hakyō futatabi terasazu
The fallen blossom never returns to the branch; the shattered mirror never again reflects.
“That which has been done never can be undone: the past never can be recalled.” (Lafcadio Hearn)
There’s no use crying over spilled milk.
What is lost is lost.
What’s done is done.
What’s past is past.

Anmerkung
Auf Japanisch sind mehrere Schreibweisen dieses buddhistischen Sprichwortes möglich:
落花枝に返らず、破鏡再び照らさず
落花枝に帰らず、破鏡再び照らさず
落花枝に還らず、破鏡再び照らさず

Vater werden und Vater sein

「父親になるのは簡単だが、父親たることはなかなか難しい。」
(ヴィルヘルム・ブッシュ、1832年~1908年)
Chichioya ni naru no wa kantan da ga, chichioyataru koto wa nakanaka muzukashii
“Becoming a father isn’t difficult, but it’s very difficult to be a father.”
„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.“ (Wilhelm Busch, 1832–1908)

Ohne Fleiß kein Preis

「人生は人間たちに大きな苦労なしに何も与えない」
Jinsei wa ningentachi ni ōki na kurō nashi ni nani mo ataenai
“Life gives nothing to mortals without great effort.”
»Nil sine magno vita labore dedit mortalibus.« (Horaz, Sermones, 1,9,65-66)
„Nichts hat das Leben den Sterblichen ohne große Mühe gegeben.“

Dumme Gedanken hat jeder

「馬鹿なことは誰でも考える。
が、賢者はそれを口にしない。」
(ヴィルヘルム・ブッシュ、1832年~1908年)
Baka na koto wa dare de mo kangaeru.
Ga, kenja wa sore o kuchi ni shinai.
“Everyone has stupid ideas,
but the wise person withholds them.”
„Dumme Gedanken hat jeder,
nur der Weise verschweigt sie.“
(Wilhelm Busch, 1832–1908)

Jenseits von Gut und Böse

「愛のためになされるものは、いつも善悪の​基準を超えて行われる。」
(フリードリヒ・ニーチェ、1844年~1900年)
Ai no tame ni nasareru mono wa, itsumo zen’aku no kijun o koete okonawareru
“What is done out of love always takes place beyond good and evil.”
„Was aus Liebe gethan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.“
(Friedrich Nietzsche, 1844–1900)

Quelle: Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft. Leipzig: Druck und Verlag von C. G. Naumann, 1886. Viertes Hauptstück: Sprüche und Zwischenspiele, S. 99, Nr. 153.

Rede weniger, sage mehr.

「知る者は言わず、言う者は知らず」
Shiru mono wa iwazu, iu mono wa shirazu
Wissende reden nicht, Redende wissen nicht.
Wer viel weiß, redet nicht viel; wer viel redet, weiß nicht viel.
Wer [den Weg] weiß, redet nicht [über ihn]; wer [häufig über ihn] redet, weiß [ihn] nicht.
Je mehr jemand weiß, umso weniger spricht er; je weniger einer weiß, umso mehr redet er.
Rede weniger, sage mehr.

「知者不言、言者不知。」
Zhī zhě bùyán, yán zhě bù zhī
Those who know do not talk, those who talk do not know.
He who knows does not speak, he who speaks does not know.
He who knows [the Tao] does not [care to] speak [about it].
Talk less, say more.

Anmerkung
Der Originaltext geht auf das Daodejing 《道德經 / 道德经》 [ch. Dàodéjīng, jp. Dōtokukyō 『道徳経』], eine Sammlung von philosophischen Sentenzen des chinesischen Gelehrten Laozi 老子 [ch. Lǎozĭ, jp. Rōshi], zurück. Er soll der Legende nach irgendwann zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert v.u.Z. zur Zeit der Frühlings- und Herbstannalen gelebt haben. Der obige Sinnspruch stammt aus dem 56. Kapitel und handelt vom Reden und Wissen.