Nur was wir glauben, wissen wir gewiß.

「我々が確実に知っているのは、我々が信じていることのみである。」(ヴィルヘルム・ブッシュ、1832年~1908年)
Wareware ga kakujitsu ni shitte iru no wa, wareware ga shinjite iru koto nomi de aru.
“Only what we believe in we do know for sure.”
„Nur was wir glauben, wissen wir gewiß.“ (Wilhelm Busch, 1832–1908)

Anmerkung
Veröffentlicht zum 190. Geburtstag des Comic-Pioniers, Zeichners und Dichters von „Schosen“ und Moritziaden aus Wiedensahl und Lüthorst namens Wilhelm Busch (15. April 1832 bis 9. Januar 1908), der spießbürgerliche Frömmelei gern auf’s Korn nahm und von dem geniale deutsche Zweizeiler stammen, zum Beispiel: „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.“

Kein Rauch ohne Feuer.

火のない所に煙は立たぬ
Hi no nai tokoro ni kemuri wa tatanu
Wo es nicht brennt, steigt auch kein Rauch auf.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
Kein Rauch ohne Feuer.

火のない所に煙は立たぬ
Hi no nai tokoro ni kemuri wa tatanu
Flamma fumo est proxia.
Where there’s smoke, there’s fire.
There’s no smoke without fire.

Die Feder ist mächtiger als das Schwert.

ペンは剣よりも強し
(エドワード・ブルワー=リットン、1803年~1873年)
Pen wa ken yori mo tsuyoshi
Calamus gladio fortior.
La plume est plus puissante que l’épée.
The pen is mightier than the sword. (Edward Bulwer-Lytton, 1803–1873)

Anmerkung
Edward Bulwer-Lytton (1803–1873) legte Kardinal Richelieu in seinem Theaterstück Richelieu; or, The Conspiracy diesen Satz in den Mund. Auf Lateinisch (Calamvs Gladio Fortior) ist er zugleich das Motto der privaten japanischen Universität Keio (Keiō Gijuku Daigaku) in Tokyo. Sein Symbol sind zwei nach oben zeigende, gekreuzte Schreibfedern. Auf Japanisch gibt es als synonyme Entsprechung noch das Sprichwort Bun wa bu ni masaru 「文は武に勝る」, was in etwa bedeutet, dass das geschriebene Wort mächtiger sei als militärische Waffen.

Originalquelle
Bulwer-Lytton, Edward (1839): Richelieu; or, The Conspiracy. A Play, in Five Acts. To Which are Added, Historical Odes on The Last Days of Elizabeth; Cromwell’s Dream; The Death of Nelson. By the Author of the “Lady of Lyon,” “Eugene Aram” & c. First Edition. London: Saunders and Otley, S. 39.

Was passiert ist, ist passiert.

覆水盆に返らず
Fukusui bon ni kaerazu
Verschüttetes Wasser kehrt nicht wieder in die Schale zurück.
Was geschehen ist, ist geschehen und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Was geschehen ist, ist geschehen.
Was passiert ist, ist passiert.

覆水盆に返らず
Fukusui bon ni kaerazu
Spilt water doesn’t return to the tray.
It is no use crying over spilt milk.
Things done cannot be undone.
What’s done is done.

Das Fell des Bären

皮を売る前にまず熊を捕らえよ
Kawa o uru mae ni mazu kuma o torae yo
Don’t sell the skin till you have caught the bear.
Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.

捕らぬ狸の皮算用
Toranu tanuki no kawazan’yō
Don’t sell the fur before catching the racoon dog.
Man soll das Fell des Marderhundes nicht verteilen, bevor er gefangen ist.

Ein guter Plan heute

今日の良い計画は、明日の完璧な計画に優る。
[ジョージ・パットン 、米国の陸軍軍人、将軍、1885~1945]
Kyō no yoi keikaku wa, ashita no kanpeki na keikaku ni masaru
A good plan today is better than a perfect plan tomorrow. [George S. Patton Jr., General of the US Army, 1885–1945]
Ein guter Plan heute ist besser als ein perfekter Plan morgen.

Der Vorteil der Klugheit

「知恵者の長所は愚か者のふりができること。逆はちょっと難しい。」
Chiesha no chōsho wa orokamono no furi ga dekiru koto. Gyaku wa chotto muzukashii
“The advantage of intelligence is that you can pretend to be dumb. The opposite is rather difficult.”
„Der Vorteil der Klugheit liegt darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.“

Anmerkung
Für dieses seit Jahrzehnten häufig Kurt Tucholsky (1890–1935, Pseudonyme Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel) zugesprochene Zitat konnte keine Originalquelle ermittelt werden. Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft e.V. bezeichnet es als ein „angebliches Tucholsky-Zitat“.

Der Erste im Dorf oder der Zweite in der Stadt

鶏口となるも牛後となるなかれ
Keikō to naru mo gyūgo to naru nakare
Lieber der Schnabel eines Huhns als der Schwanz eines Ochsen sein.
„Mallem hic primus esse quam Romae secundus.“ (Gaius Julius Caesar, 100–44 v.u.Z.)
„Lieber der Erste hier als der Zweite in Rom.“
Lieber der Erste im Dorf als der Zweite in der Stadt!

鶏口となるも牛後となるなかれ
Keikō to naru mo gyūgo to naru nakare
Better be the head of a chicken than the tail of an ox.
Better be the head of a dog than the tail of a lion.
“I would rather be first here than second at Rome.”
Better be first in a village than second in the capital.

Anmerkung
Neben „Lieber der Schnabel eines Huhns als der Schwanz eines Ochsen sein.“ [鶏口となるも牛後となるなかれ Keikō to naru mo gyūgo to naru nakare] gibt es in der japanischen Gegenwartssprache eine Reihe von synonymen sprichwörtlichen Redensarten, wie zum Beispiel: „Selbst bei den Saatkartoffeln ist eine Mutterknolle eine Mutterknolle.“ [Imogashira de mo kashira wa kashira 芋頭でも頭は頭], „Lieber der Kopf eines kleinen Vogels als der Schwanz eines großen Vogels.“ [Ōtori no o yori kotori no kashira 大鳥の尾より小鳥の頭] und „Lieber der Kopf einer Sardine als der Schwanz einer Meerbrasse.“ [Tai no o yori iwashi no kashira 鯛の尾より鰯の頭]. Der Ausspruch existiert in Japan sowie in China auch als kompaktes Vier-Schriftzeichen-Kompositum. Auf Japanisch keikō gyūgo [鶏口牛後] und auf Chinesisch jī kǒu niú hòu [Kurzzeichen 鸡口牛后, Langzeichen 鶏口牛後], wörtlich etwa „Hühnerschnabel und Ochsenhintern“ im Sinne von „Lieber der Schnabel eines Geflügels als das Hinterteil eines Ochsen.“ [ch. “宁为鸡口,无为牛后” níngwéi jīkǒu, wúwéi niúhòu, Langzeichen: “寧為雞口,无無為後”]. In der Gegenwart würde man diese länder- und kulturübergreifend insbesondere Entrepreneuren und Leadern zugeschriebene Geisteshaltung möglicherweise wie folgt übersetzen: „Lieber der unumschränkte Chef einer kleineren Gruppe als Befehlsempfänger in einer größeren Organisation sein!“

Der Ausspruch Caesars „Lieber der Erste hier als der Zweite in Rom.“ [„Mallem hic primus esse quam Romae secundus.“] stammt aus einer Parallelbiographie von Plutarch (ca. 46–125 n.u.Z.) über Gaius Julius Caesar (100–44 v.u.Z.) und Alexander den Großen (356–323 v.u.Z.) und ist daher auf Altgriechisch überliefert [„παρὰ τούτοις εἶναι μᾶλλον πρῶτος ἢ παρὰ Ῥωμαίοις δεύτερος.“]. Plutarch pflegte in seinen biographischen Schriften einen anekdotischem Stil und stellte darin die individuellen Denkweisen, Stimmungen und Leidenschaften großer Männer vor. Caesar soll den Ausspruch im Jahr 61 v.u.Z. gegenüber seinen Begleitern in der Nähe eines alpinen Dorfes auf dem Weg von Gallien zur Iberischen Halbinsel getätigt haben. Eine englische Übersetzung findet sich in Plutarchus (1914): Plutarch’s Lives. In eleven volumes. With an English translation by Bernadotte Perrin. Volume 7: Demosthenes and Cicero. Alexander and Caesar. Cambridge, MA: Harvard University Press. London: William Heinemann, S. 469.