Wenn du es träumen kannst

「夢見ることができれば、それは実現できる」
(ウォルト・ディズニー、1901年~1966年)
Yume miru koto ga dekireba, sore wa jitsugen dekiru
“If you can dream it, you can do it.”
„Wenn du es träumen kannst, kannst du es auch tun.“ (Walt Disney, 1901–1966)

Anmerkung
Piri (Piroschka), Tochter des Stationsvorstehers in dem kleinen Ort Hódmezővásárhelykutasipuszta („Biberfeldmarktplatzbrunnenheide“) in Südostungarn, sagte im Schlussakt der romantischen Filmkomödie »Ich denke oft an Piroschka« (1955) von Kurt Hoffmann (1910–2001) nach einem Roman (1954) von Hugo Hartung (1902–1972), angefüllt mit einer idyllischen Handlung in einer heilen Welt, wo jeder seinen Platz kennt und pflichtbewusst und verantwortungsvoll einnimmt, beim Bahndamm im Gras zu Andi (Andreas), möglicherweise auf einen Kuss wartend: „Nicht reden, tun musst du es!“

Kapitalismus und Krieg

「資本主義は、雲が嵐をもたらすように、戦争をもたらす」
(ジャン・ジョレス、1859年~1914年)
Shihonshugi wa, kumo ga arashi o motarasu yō ni, sensō o motarasu.
« Le capitalisme porte en lui-même la guerre comme la nuée dormante porte l’orage. »
“Capitalism bears war within itself, just as a sleeping cloud bears a storm.”
»Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die schlafende Wolke den Sturm.« (Jean Jaurès, 1859–1914)

Anmerkung
Das Zitat „Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die schlafende Wolke den Sturm.“ [« Le capitalisme porte en lui-même la guerre comme la nuée dormante porte l’orage. »] ist eine von mehreren zirkulierenden, gekürzten Neuformulierungen aus einer Rede des wortgewaltigen, linksrepublikanischen Abgeordneten Jean Jaurès (1859–1914), die er am 7. April 1895 vor der Deputiertenkammer des Nationalrats zur Zeit der Regierung von Premierminister Alexandre Ribot (1842–1923) gehalten hat. Diese Rede wurde von der Bibliothek der französischen Arbeiterpartei (Bibliothèque du Parti ouvrier) verlegt, im Zentralorgan der Sozialistischen Arbeiterpartei titels „Le Socialiste“ als Broschüre abgedruckt und konnte in ihrem Pariser Büro in der Rue Montmartre 132 für 10 Centimes gekauft werden. Das entsprach Mitte der 1890er Jahre etwa einem Zehntel des Tageslohns eines ungelernten Arbeiters. Die Rede respektive die Broschüre trug den Titel „Patriotismus und Internationalismus“ (« Patriotisme et Internationalisme ») und fand den Beifall vor allem der extremen Linken und der Französischen Arbeiterpartei (Parti ouvrier français, von 1882 bis 1902).

Der Kontext des reformulierten Zitats lautet wie folgt: « Toujours votre société violente et chaotique, même quand elle veut la paix, même quand elle est à l’état d’apparent repos, porte en elle la guerre, comme la nuée dormante porte l’orage. [Très bien / très bien / à l’extrême gauche.] Messieurs, il n’y a qu’un moyen d’abolir enfin la guerre entre les peuples, c’est d’abolir la guerre entre les individus, c’est d’abolir la guerre économique, le désordre de la société présente, c’est de substituer à la lutte universelle pour la vie — qui aboutit à la lutte universelle sur les champs de bataille — un régime de concorde sociale et d’unité. » (Jean Jaurès 1895, S. 13–14)

Die bibliographischen Angaben zur Rede lauten: Jaurès, Jean (1895): Patriotisme et Internationalisme. Discours de Jean Jaurès. Précédé du Manifeste du Conseil national du Parti ouvrier. Paris: Bureau du Socialiste. 132, rue Montmartre. Lille: Imprimerie ouvrière, G. [Gustave] Delory, S. 9–31. Diese Rede war kürzlich noch gemeinfrei im Internet einsehbar über die Nationalbibliothek Frankreichs (Bibliothèque nationale de France).

Das Alte und das Neue

故きを温ねて新しきを知る
Furuki o tazunete atarashiki o shiru
Um das Neue zu verstehen, studiere das Alte.
Wer wissen will, wie etwas werden soll, muss betrachten, was war.

故きを温ねて新しきを知る
Furuki o tazunete atarashiki o shiru
To understand new things, study the old.
(Re-) Visiting (the) old, learn (the) new.

Anmerkung
Diese sprichwörtliche Redensart und Weisheit geht auf den chinesischen Gelehrten Konfuzius (ca. 551 v.u.Z. bis ca. 479 v.u.Z.) zurück und stammt aus dem Lún Yǔ 論語|论语 [jp. Rongo 論語, dt „Gespräche des Konfuzius“, „Analekten des Konfuzius“ oder auch „Gesammelte Aussprüche des Konfuzius“] zum Thema „Staatsgeschäfte“ 為政 [ch. Wéi Zhèng, jp. Isei]. Die obige Weisheit existiert in Ostasien als Vier-Schriftzeichen-Kompositum: 温故知新 [ch. wēngù zhīxīn, jp. onko chishin, kor. ongo jisin, Hangeul: 온고지신].

In diesem Zusammenhang läßt sich eventuell mit einem Bonmot des Bonner Astronomen Friedrich Wilhelm August Argelander (1799–1875) eine Brücke vom chinesischen Altertum zur europäischen Moderne schlagen. Auf die joviale Frage von Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795–1861) „Nun, Herr Geheimrat, was gibt es Neues am Himmel?“ entgegnete der Astronom „Kennen Majestät denn schon das Alte?“

Nomen est omen.

名は体を表す
Na wa tai o arawasu
Der Name bringt das Wesen eines Dinges zum Ausdruck.
Der Name ist ein Zeichen.
Nomen est omen.

名は体を表す
Na wa tai o arawasu
Names and natures do often agree.
The name is a sign.
Nomen est omen.