Mit Kanonen auf Spatzen schießen [2]

「大根を正宗で切る」
Daikon o Masamune de kiru
Japanischen Rettich mit einem Masamune-Schwert schneiden.
Mit Kanonen auf Spatzen schießen.

「大根を正宗で切る」
Daikon o Masamune de kiru
To cut Japanese radish with a sword from Masamune.
He builds cages fit for oxen, to keep birds in.

Anmerkung
Masamune bezeichnet noch heute ein exzellentes Schwert [Meitō 名刀] im übertragenen Sinne. Der berühmte japanische Schwertschmied Masamune 正宗 (Okazaki Masamune 岡崎正宗, auch Sōshū Gorō Masamune 相州五郎正宗, Okazaki Gorō Nyūdō Masamune 岡崎五郎入道正宗 und Okazaki Gorō Nyūdō 岡崎五郎入道, Lebensdaten unbekannt) kam aus der Provinz Sagami (heute überwiegend Präfektur Kanagawa) und lebte gegen Ende der Kamakura-Zeit (1185–1333). Er soll ein Sohn des Yukimitsu 行光 (Lebensdaten unbekannt) und ein Schüler von Shintōgo Kunimitsu 新藤五国光 (Lebensdaten unbekannt) gewesen sein und zahlreiche Schüler gehabt haben. Drei heute noch existierende Arbeiten Masamunes besitzen in Japan den Status eines „nationalen Schatzes“ [Kokuhō 国宝]. Von Masamune sind zwei Jahresangaben für die Herstellung von zwei Kurzschwertern [Tantō 短刀] überliefert: 1314 und 1328.

Mit Kanonen auf Spatzen schießen [1]

「鶏を割くに焉んぞ牛刀を用いん」
Niwatori o saku ni izukunzo gyūtō o mochiin
Warum denn mit einem Ochsenmesser ein Huhn schlachten?
Mit Kanonen auf Spatzen schießen.

「鶏を割くに焉んぞ牛刀を用いん」
Niwatori o saku ni izukunzo gyūtō o mochiin
Why use an ox-cleaver to carve a chicken?
Who breaks a butterfly upon a wheel?

Unter den Blinden ist der Einäugige König.

鳥なき里の蝙蝠
Tori naki sato no kōmori
Eine Fledermaus in einem vogellosen Dorf.
Wie eine Fledermaus in einem Dorf ohne Vögel.
Wie ein Einäugiger im Königreich der Blinden.
Unter den Blinden ist der Einäugige König.

鳥なき里の蝙蝠
Tori naki sato no kōmori
A bat in a village without birds.
Like a bat in a birdless village.
A man among the geese when the gander is away.
In the land of the blind, the one-eyed man is king.

Dumme Gedanken hat jeder

「馬鹿なことは誰でも考える。
が、賢者はそれを口にしない。」
(ヴィルヘルム・ブッシュ、1832年~1908年)
Baka na koto wa dare de mo kangaeru.
Ga, kenja wa sore o kuchi ni shinai.
“Everyone has stupid ideas,
but the wise person withholds them.”
„Dumme Gedanken hat jeder,
nur der Weise verschweigt sie.“
(Wilhelm Busch, 1832–1908)

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. [2]

人を呪わば穴二つ
Hito o norowaba ana futatsu
Wer jemanden verflucht, gräbt zwei Löcher.
Wenn man jemanden verwünscht, schaufelt man zwei (Grab-) Löcher (davon eins für sich).
Corvus corvo negridinem obiecit.
Ein Rabe wirft dem (anderen) Raben seine Schwärze vor.
Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? (Mt 7,3)
Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

人を呪わば穴二つ
Hito o norowaba ana futatsu
If you curse someone, there are two holes.
Curses, like chickens, come home to roost.
Curses return upon the heads of those that curse.
Harm set, harm get.
The biter will be bitten.
Who spits against heaven, it falls in his face.
People who live in glass houses should not throw stones.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. [1]

猿の尻笑い
Saru no shiriwarai
Ein Affe (mit rotem Hintern) lacht über den (roten) Hintern des anderen.
Da redet der Topf über den Tiegel.
Ein Esel schimpft den anderen Langohr.
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

猿の尻笑い
Saru no shiriwarai
A monkey (with red buttocks) laughs at another’s (red) buttocks.
The pot calling the kettle black.
Don’t throw bricks when you live in a glass house.
People who live in glass houses should not throw stones.

Ein unordentlicher Schreibtisch

「散らかった机が散らかった心のしるしなら、何も置かれていない机は何のしるしなのか?」(アルベルト・アインシュタイン、1879年~1955年)
Chirakatta tsukue ga chirakatta kokoro no shirushi nara, nani mo okarete inai tsukue wa nan no shirushi na no ka
“If a cluttered desk is a sign of a cluttered mind, of what, then, is an empty desk sign?”
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen aus, der ihn benutzt?“ (Albert Einstein, 1879–1955)

Den Wolf die Schafe hüten lassen.

盗人に鍵を預ける
Nusubito ni kagi o azukeru
Dem Einbrecher den Schlüssel zur Verwahrung geben.
Den Bock zum Gärtner machen.
Den Fuchs bitten, die Gänse zu bewachen.
Die Mäuse den Käse bewachen lassen.
Den Wolf die Schafe hüten lassen.

盗人に鍵を預ける
Nusubito ni kagi o azukeru
The key is entrusted to the thief.
To put the fox in charge of the henhouse.
To set a fox to keep the geese.
To trust the cat to keep the cream.
He sets the wolf to guard the sheep.

Der Vorteil der Klugheit

「知恵者の長所は愚か者のふりができること。逆はちょっと難しい。」
Chiesha no chōsho wa orokamono no furi ga dekiru koto. Gyaku wa chotto muzukashii
“The advantage of intelligence is that you can pretend to be dumb. The opposite is rather difficult.”
„Der Vorteil der Klugheit liegt darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.“

Anmerkung
Für dieses seit Jahrzehnten häufig Kurt Tucholsky (1890–1935, Pseudonyme Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel) zugesprochene Zitat konnte keine Originalquelle ermittelt werden. Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft e.V. bezeichnet es als ein „angebliches Tucholsky-Zitat“.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. [2]

知らぬが仏
Shiranu ga hotoke
Wer die Tatsachen nicht kennt, bewahrt Gleichmut und Seelenruhe wie Buddha.
Unwissenheit ist ein Segen.
Selig sind die Unwissenden.
Selig sind die geistig Armen.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

知らぬが仏
Shiranu ga hotoke
You will remain calm like Budddha if you don’t know the facts.
What you don’t know can’t hurt you.
Ignorance is bliss.
Blessed are the ignorant.
What the eye doesn’t see the heart doesn’t grieve over.

Anmerkung
Die obige sprichwörtliche Redensart steht auf der 42. von 48 Karten des traditionellen Iroha-Kartenspiels von Edo (Edo Iroha Karuta), heute Tokyo.