Wennschon, dennschon!

毒を食らわば皿まで
Doku o kurawaba sara made
Wenn du schon Gift gegessen hast, dann solltest du am besten aufessen und gleich noch den Teller sauberlecken.
Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen!
Wennschon, dennschon!

毒を食らわば皿まで
Doku o kurawaba sara made
Now that you ate poison, you should finish the dish and lick the plate to make it clean.
You might as well be hanged for a sheep as for a lamb.
In for a penny, in for a pound.

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen.

惚れたが因果
Horeta ga inga
Liebe ist eine Schnellstraße zur Hölle und eine Treppe in den Himmel.
Gegen Liebe kann man nichts machen.
Liebe bedeutet Freude, aber auch Schmerz.
Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen.

惚れたが因果
Horeta ga inga
Love is a highway to hell and a stairway to heaven.
There’s no cure for love.
There ain’t no cure for love
Ain’t no cure for love.

Anmerkung
Diese sprichwörtliche Redensart und Volksweisheit steht auf der 5. von 48 Karten des traditionellen Iroha-Kartenspiels von Osaka (Osaka Iroha Karuta) und Owari (Owari Iroha Karuta).

Alter schützt vor Torheit nicht.

年寄りの冷や水
Toshiyori no hiyamizu
Ein alter Mann taucht in kaltes Wasser ein.
Alte Männer sollten nicht kalt duschen und keine Kaltgetränke zu sich nehmen.
Alte Männer sollten sich besonnen und altersgerecht verhalten.
Alter schützt vor Torheit nicht.

年寄りの冷や水
Toshiyori no hiyamizu
An old man dips into cold water.
An old sack asketh much patching.
Why don’t you admit that you are too old for that sort of thing?
There is no fool like an old fool.

Anmerkung
Diese sprichwörtliche Redensart steht auf der 7. von 48 Karten des traditionellen Iroha-Kartenspiels von Edo (Edo Iroha Karuta), heute Tokyo. Sie stammt aus der Edo-Zeit (1603–1868) und ist belegt für einen älteren Mann, der sich den Magen an zu kühlem Quellwasser verdorben hatte, obwohl es als „ein bißchen kühl“ [„hiyakkoi, hiyakkoi“ 「ひやっこい、ひやっこい」] auf einem städtischen Markt zum Verkauf angepriesen wurde.

Im Laufe der Zeit wurde das Sprichwort gegenüber offensichtlich sich selbst überschätzenden älteren Menschen – vor allem Männern – benutzt. Mit Selbstironie ausgestattete ältere Männer, die ihr unpassendes und unangemessenes Verhalten selbst erkennen, quittieren ihr eigenes Fehlverhalten bisweilen humorvoll ebenfalls mit den Worten „Toshiyori no hiyamizu [da]“.

Von nichts kommt nichts. [2]

無い袖は振れない
Nai sode wa furenai
Ein Ärmel, der nicht da ist, schlenkert nicht hin und her.
Man kann nicht geben, was man nicht hat.
Von nichts kommt nichts.

無い袖は振れない
Nai sode wa furenai
You can’t shake sleeves you don’t have.
A man cannot give what he hasn’t got.
Nothing comes from nothing.

Anmerkung
Im Ärmel steckte in alter Zeit häufig der Geldbeutel. Synonyme sprichwörtliche Redensarten sind Nai sode wa furenu 「無い袖は振れぬ」, Nai sode wa furarenu 「無い袖は振られぬ」 und Aru sode wa furedo nai sode wa furenu 「有る袖は振れど無い袖は振れぬ」.

Das Brunnendilemma

井の中の蛙大海を知らず
I no naka no kawazu taikai o shirazu [J]
Der Frosch im Brunnen kennt den Ozean nicht.
Der Frosch im Brunnen weiß nichts vom weiten Meer.
Eine engstirnige Sicht der Dinge haben.
Keinen Blick über den Tellerrand werfen.
Nicht weiter als bis zur eigenen Nasenspitze sehen.
Keinen Blick für das große Ganze haben.

井の中の蛙大海を知らず
I no naka no kawazu taikai o shirazu
The frog in the well knows nothing of the great ocean.
He/She that stays in the valley shall never get over the hill.
Being unable to see beyond the end of one’s nose.
To have a narrow worldview.
Think outside the box.
You have to see the big(ger) picture.

井底之蛙
jíng dǐ zhī wā [C]

정저지와
jeong jeo ji wa [K]

Anmerkung
Zum „Brunnendilemma“ in Ostasien detaillierter siehe Reinhard Zöllner in Geschichte der japanisch-koreanischen Beziehungen. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 2017, S. 1–14 [München: Iudicium (ERGA Reihe zur Geschichte Asiens; Bd. 5)].

Man hat, was man hat.

有るは無いに勝る
Aru wa nai ni masaru
Etwas ist besser als nichts.
Wenig ist besser als nichts.
Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.
Man hat, was man hat.

有るは無いに勝る
Aru wa nai ni masaru
Something is better than nothing.
A bird in the hand is worth two in the bush.
A crust is better than no bread.
Half a loaf is better than none.

Was gibt dem Leben seinen Wert?

「結局、人生に価値・意義を与えるのは人とのつながりなのだ。」(ヴィルヘルム・フォン・フンボルト、1767年~1835年)
Kekkyoyku, jinsei ni kachi, igi o ataeru no wa hito to no tsunagari na no da
“After all, it’s one’s relationships with other people that give value to life.”
„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“ (Wilhelm von Humboldt, 1767–1835)

Anmerkung
Der Student Wilhelm von Humboldt (1767–1835) und die Pfarrerstochter Charlotte Diede (1769–1846) lernten sich 1788 in Pyrmont [seit 1914 Bad Pyrmont, Niedersachsen] kennen. Nach den Napoleonischen Kriegen wandte sie sich im Jahr 1814 relativ verarmt um Hilfe an Humboldt. Beide pflegten eine Brieffreundschaft bis zu seinem Tod. Das obige Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen und stammt aus einem Brief vom 21. September 1827: „Denn im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, welche dem Leben seinen Werth geben, und je tiefer eingehend sie sind, desto mehr fühlt man, (…).“ Die Schriftstellerin Therese von Bacheracht (Pseudonym Therese, 1804–1852) brachte die Briefe Wilhelm von Humboldts an seine Freundin Charlotte Diede heraus.

Die Letzten werden die Ersten sein

「だが,多くの最初の者が最後に,最後の者が最初になるだろう。」(『マタイによる福音書 19:30』)
Da ga, ōku no saisho no mono ga saigo ni, saigo no mono ga saisho ni naru darō
“And many that are first, shall be last: and the last shall be first.” (The Gospel According to Matthew 19:30)
„Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein.“ (Evangelium nach Matthäus, Kapitel 19, Vers 30)

Was ist Relativität?

「可愛い女の子と一時間一緒にいると、一分しか経っていないように思える。熱いストーブの上に一分座らせられたら、どんな一時間よりも長いはずだ。相対性とはそれである。」(アルベルト・アインシュタイン、1879年~1955年)
Kawaī onna no ko to ichijikan issho ni iru to, ippun shika tatte inai yō ni omoeru. Atsui sutōbu no ue ni ippun suwaraseraretara, donna ichijikan yori mo nagai hazu da. Sōtaisei to wa sore de aru.
“When a man sits with a pretty girl for an hour, it seems like a minute. But let him sit on a hot stove for a minute and it’s longer than any hour. That’s relativity.”
„Eine Stunde mit einem hübschen Mädchen vergeht wie eine Minute, aber eine Minute auf einem heißen Ofen scheint eine Stunde zu dauern. Das ist Relativität.“ (Albert Einstein, 1879–1955)