Ohne Mampf kein Kampf

腹が減っては戦はできぬ
Hara ga hette wa ikusa wa dekinu
Ist der Bauch leer, kann man keinen Krieg führen.
Ohne Verpflegung keine Bewegung.
Ohne Mampf kein Kampf.

腹が減っては戦はできぬ
Hara ga hette wa ikusa wa dekinu
A hungry army cannot fight.
An army marches on its stomach.
The mill stands that wants water.

Spezialisten sind unerläßlich

餅は餅屋
Mochi wa mochiya
Für Reiskuchen geht man zum Reiskuchenmacher.
Reiskuchen macht am besten der Reiskuchenbäcker.
Für jede Arbeit braucht man die richtige Person.

餅は餅屋
Mochi wa mochiya
For rice cakes, go to the rice-cake maker.
There is a mystery in the meanest trade.
The right man/woman for the right job.

Ein perfekter Plan

「今日の良い計画は、明日の完璧な計画に優る」
(ジョージ・スミス・パットン・ジュニア、1885年~1945年)
Kyō no yoi keikaku wa, ashita no kanpeki na keikaku ni masaru
“A good plan today is better than a perfect plan tomorrow.”
„Ein guter Plan heute ist besser als ein perfekter Plan morgen.“ (George S. Patton Jr., 1885–1945)

Japan hat weltweit die höchste Lebenserwartung

Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales [engl. Ministry of Health, Labour and Welfare, MHLW; jp. Kōsei Rōdōshō 厚生労働省, kurz Kōrōshō 厚労省] veröffentlicht alle fünf Jahre eine vollständige Sterbetafel [engl. complete life table, jp. kanzen seimeihyō 完全生命表]. Die Sterbetafel ist ein demografisches Modell zur Errechnung von Sterbewahrscheinlichkeiten in den einzelnen Altersjahren und gibt auch Auskunft über die geschlechtsspezifische durchschnittliche Lebenserwartung. Eine nach Geschlechtern getrennte Längsschnittbetrachtung ermöglicht dem Ministerium eine zusammenfassende genauere Beurteilung der Sterblichkeitsverhältnisse der japanischen Bevölkerung unabhängig von seiner Größe und Altersstruktur.

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag demnach im Jahr 2015 für Frauen bei 86,99 Jahren (2014: 86,83 Jahre), für Männer bei 80,75 (2014: 80,50 Jahre). Im Vergleich zur vollständigen Sterbetafel von 2010 war die Lebenserwartung für Frauen um 0,69 Jahre und für Männer um 1,2 Jahre angestiegen. Die errechneten Sterbe- und Überlebenswahrscheinlichkeiten sind bei der alle fünf Jahre erstellten vollständigen Sterbetafel genauer als bei der jährlich erstellten abgekürzten Sterbetafel [engl. abridged life table, jp. kan’i seimeihyō 簡易生命表], weil letztere auf Bevölkerungsschätzungen und erstere auf den tatsächlich registrierten Sterbefällen über ein halbes Jahrzehnt hinweg im Rahmen der fünfjährlich erfolgenden Volkszählung beruht. Somit wurde die auf der Datengrundlage der abgekürzten Sterbetafel im Juli 2016 veröffentlichte durchschnittliche Lebenserwartung für das Jahr 2015 von 87,05 Jahren für Frauen um 0,06 Jahre und von 80,79 Jahren für Männer um 0,04 Jahre leicht nach unten korrigiert. Japaner und Japanerinnen haben trotz dieser statistischen Berichtigung im internationalen Vergleich aktuell die höchste Lebenserwartung. Im japaninternen Geschlechtervergleich leben Frauen mehr als sechs Jahre länger als Männer, was Ernährungswissenschaftler bisweilen etwas monokausal mit der hypokalorischen Ernährungsweise vieler Japanerinnen erklären.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Japan lag in der vormodernen Edo-Zeit (1603–1867) bei rund 30 Jahren. Von der Meiji-Zeit (1868–1912) bis zum 21. Jahrhundert ist sie etwa um ein halbes Jahrhundert auf über 80 Jahre gestiegen. Der wichtigste Grund für diese dramatische Entwicklung wird allgemein darin gesehen, dass das Sterberisiko von Säuglingen, Kleinkindern und Heranwachsenden seit der Industrialisierung signifikant gesenkt werden konnte.

Im Vorjahr des Ersten Weltkrieges (1913) lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 42,06 Jahren für Männer und bei 43,20 Jahren für Frauen. Im Laufe von 100 Jahren stieg sie somit um rund 40 Jahre an. Der verbesserten Hygiene, dem medizinischen Fortschritt in Form von Geburtshilfe und Schutzimpfungen etc. kommt das größte Verdienst für diese Entwicklung zu. Der japanischen Arbeits- und Lebensweise zumindest dürfte die außergewöhnliche Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung allein nicht geschuldet sein. Zudem handelt es sich um einen statistischen Durchschnittswert.

Tokugawa Ieyasu 徳川家康 (1543–1616), der erste „Oberbefehlshaber zur Unterwerfung der Barbaren“ [offizieller Titel, jp. 征夷大将軍 Seii Taishōgun, kurz Shōgun 将軍], mit dessen Amtszeit die Edo-Zeit (1603–1867) begann, und sein Enkel Tokugawa Mitsukuni 徳川光圀 (1628–1701), eventuell bekannter als Mito Kōmon 水戸黄門), erster Fürst [Daimyō 大名] der Domäne Mito, wurden beide in der frühen Edo-Zeit 73 Jahre alt und waren nicht die einzigen. Die alte Volksweisheit „Lieber reich und gesund als arm und krank.“ trifft den Kern der Ursachen hier wohl nur tendenziell. Als Hauptgründe für eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur rund 30 Jahren in der Edo-Zeit gelten neben der bereits erwähnten Säuglings- und Kindersterblichkeit Hungerkrisen, Infektionskrankheiten und Naturkatastrophen.

In zwanzig Jahren

「今から20年後、あなたはやったことよりも、やらなかったことに失望する。」
(マーク・トウェイン、1835年~1910年)
Ima kara nijū nen go, anata wa yatta koto yori mo, yaranakatta koto ni shitsubō suru
“Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn’t do than by the ones you did do.”
„In zwanzig Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast.“ (Mark Twain, 1835–1910)

Jeder Topf findet seinen Deckel.

割れ鍋に綴じ蓋
Warenabe ni tojibuta
Auf eine gesprungene Pfanne gehört ein geflickter Deckel.
Wie der Mann, so die Frau.
Wie die Frau, so der Mann.
Jeder Topf findet seinen Deckel.

破鍋に綴蓋
Warenabe ni tojibuta
A cracked lid for a cracked pot.
Like husband like wife.
Every Jack has his Jill.
Every Jack will find his Jill.

Anmerkung
Diese sprichwörtliche Redensart ist eine umgangssprachliche Metapher dafür, dass jeder früher oder später einen passenden Lebenspartner findet und steht auf der 13. von 48 Karten des traditionellen Iroha-Kartenspiels von Edo (Edo Iroha Karuta), heute Tokyo. Für Warenabe ni tojibuta sind die Schreibweisen 割れ鍋に綴じ蓋 und 破鍋に綴蓋 möglich [「割れ鍋」 = 「破れ鍋(破鍋)」].

Wenn man vom Teufel spricht

噂をすれば影がさす
Uwasa o sureba kage ga sasu
Wenn man über einen Abwesenden ein Gerücht verbreitet, wirft seine Gestalt einen Schatten voraus.
Wird der Teufel genannt, kommt er gerannt.
Wenn man vom Teufel spricht, ist er nicht weit.

噂をすれば影がさす
Uwasa o sureba kage ga sasu
Speak of the devil and he doth appear.
Talk of the devil, and he’s presently at your elbow.
Talk of the devil, and he is bound to appear.

Die Farbe der Seele

「心の中の思いの色によって、魂が染まる」
(マルクス・アウレリウス、121年~180年)
Kokoro no naka no omoi no iro ni yotte, tamashii ga somaru
The soul becomes dyed with the colour of its thoughts.
Die Seele hat die Farbe deiner Gedanken. (Marcus Aurelius, 121–180 n.u.Z.)