Eine Zeitenwende

「先ず宇宙は球形であることを言う必要がある。」
(ニコラウス・コペルニクス、1473年~1543年)
Mazu uchū wa kyūkei de aru koto o iu hitsuyō ga aru
»Principio aduertendum nobis est globosum esse mundum, (…)«
“First of all, we must note that the universe is spherical, (…).”
„Zuerst müssen wir bemerken, dass die Welt kugelförmig ist, (…).“ (Nikolaus Kopernikus, 1473–1543)

Anmerkung
Schon der griechische Gelehrte Aristoteles (384–322 v.u.Z.) stellte fest, daß die Erde keine flache Scheibe sein kann, sondern wahrscheinlich eine Kugelform besitzt. Später errechnete Eratosthenes (ca. 273–194 v.u.Z.) den Erdumfang mit knapp 40.000 Kilometern annähernd exakt. Im weiteren Sinne ist die Erde eine Kugel (Globus oder Erdkugel), im engeren Sinne spricht man wegen ihrer abgeplatteten Pole jedoch genauer von einem Ellipsoid (Erdellipsoid). Der Vergleich der Erde und des Universums mit der – perfekten – Form eines Wassertropfens steht zu Anfang des späten Hauptwerkes »De revolutionibus orbium coelestium« respektive »(…) caelestium« [Über die Umlaufbahnen der Himmelskörper] von Nicolaus Copernicus respektive Nicolaus Coppernicus respektive Niklas Koppernigk der Jüngere (19.02.1473–24.05.1543). Astrophysiker der Gegenwart tendieren fast fünfhundert Jahre nach Copernicus von den drei vorgestellten Geometrien des expandierenden Universums (elliptisch, hyperbolisch, flach) im Raum-Zeit-Gefüge großenteils zur Annahme eines flachen (euklidischen) Weltraums.

Der astronomische Begriff »Revolution« [lat. revolutio = das Zurückwälzen] bedeutete im 15. und 16. Jahrhundert das Zurückkehren eines Sterns zum Ausgangspunkt seiner Umlaufbahn. Demgegenüber schwingt bei dem Begriff »Evolution« [lat. evolutio = das Aufschlagen] als konzeptueller Terminus zum Beispiel für den Grundgedanken des Hauptwerkes »On the Origin of Species« (1859) [Über die Entstehung der Arten] von Charles Darwin (1809–1882) als Metapher ein christlicher Unter- bis Grundton mit, nämlich das Aufschlagen oder Ausrollen einer Schriftrolle in Form einer beschrifteten Papyrus- oder Pergamentbahn gleich eines göttlichen Planes. »De revolutionibus etc.« wurde zum ersten Mal im Jahr 1543 in Nürnberg in lateinischer Sprache gedruckt.

Die erste deutsche Übersetzung erfolgte anläßlich der vierten „Säcular-Feier der Geburt von Coppernicus.“ Kein Geringerer als „Seine Majestät Kaiser Wilhelm [Wilhelm II. (1859–1941)] gestattete huldvollst, die Subvention, welche Allerhöchstderselbe für die Säcular-Ausgabe des bez. [bezüglichen] Werkes bewilligt hatte, auch für eine deutsche Uebersetzung verwenden zu dürfen.“ [Thorn, 19. Februar 1879, S. V]. Bibliographische Angaben der ersten deutschsprachigen Übersetzung: Nicolaus Coppernicus aus Thorn über die Kreisbewegungen der Weltkörper. Übersetzt und mit Anmerkungen von Dr. Moritz Cantor. Herausgegeben von dem Coppernicus-Verein für Wissenschaft und Kunst zu Thorn. Thorn, 1879. Druck und Verlag von Ernst Lambeck.

Die japanische Übersetzung stammt von dem Wissenschaftshistoriker Yajima Suketoshi 矢島祐利 (1903–1995), der im Jahr 1953 das erste von sechs Büchern des Copernicus-Hauptwerkes im Toykoter Verlag Iwanami Shoten veröffentlicht hat. Die bibliographischen Angaben für das obige Zitat lauten: Copernicus, Nicolaus (Verf.) ニコラウス・コペルニクス[著] und Yajima Suketoshi (Übers.) 矢島祐利[譯] (1953): Tentai no kaiten ni tsuite 『天體の囘轉について』 [Über die Umlaufbahnen der Himmelskörper]. (Iwanami Bunko 33–905–1) Tōkyō 東京: Iwanami Shoten 岩波書店, S. 23.