「心の中の思いの色によって、魂が染まる」
(マルクス・アウレリウス、121年~180年)
Kokoro no naka no omoi no iro ni yotte, tamashii ga somaru
The soul becomes dyed with the colour of its thoughts.
Die Seele hat die Farbe deiner Gedanken. (Marcus Aurelius, 121–180 n.u.Z.)
Jedem Anfang wohnt ein Ende inne.
会うは別れのはじめ
Au wa wakare no hajime
Das Kennenlernen ist der Beginn des Abschiednehmens.
Jedem Ende wohnt ein Anfang inne.
Jedem Anfang wohnt ein Ende inne.
逢うは別れの始め
Au wa wakare no hajime
Meeting is only the beginning of separation.
We never meet without a parting.
The best of friends must part.
Gleiches Bett, verschiedene Träume
同床異夢
dōshō imu
Gleiches Bett, verschiedene Träume.
Eheleute schlafen im gleichen Bett, leben aber in verschiedenen Welten.
Eine Kooperation eingehen, aber nur seine eigenen Ziele verfolgen.
同床異夢
dōshō imu
Same bed, different dreams.
We may sleep in the same bed, but we have different dreams.
Circumstances may have thrown us together, but our values and objectives are widely different.
Ich habe noch nie gelogen.
嘘と坊主の頭はゆったことがない
Uso to bōzu no atama wa yutta koto ga nai
I have never told a lie and I have never tied up the queue of a buddhist monk.
Ich habe noch nie gelogen und noch nie den Zopf eines buddhistischen Mönches gebunden.
Anmerkung
Die sprichwörtliche Redensart Uso to bōzu no atama wa yutta koto ga nai 「嘘と坊主の頭はゆったことがない」 war ursprünglich ein witzig gemeintes Wortspiel im Edo-Dialekt (heute Tokyo), das mit einer Unmöglichkeit spielte, um zu betonen, daß man selbst bis dato noch nicht gelogen habe. Die beiden Elemente des Wortspieles lauten uso o yuu 「嘘を言う」 = lügen und (bōzu no) atama o yuu 「(坊主の)頭を結う」 = das Haar oder den Zopf (eines buddhistischen Mönches) zusammenbinden. Die offensichtliche Unmöglichkeit ist das Zusammenbinden des Zopfes eines buddhistischen Mönches, weil diese in Japan in der Edo-Zeit in der Regel einen kahlrasierten Kopf kultivierten. Die behauptete Gleichung von zwei Unmöglichkeiten unterstreicht die absolute Ehrlichkeit des Sprichwort-Benutzers.
Im alten Indien war das Rasieren des Kopfes eine der größten Erniedrigungen und galt als eine Art der Bestrafung für Kriminelle. Dieser Brauch verbreitete sich auch in Ostasien als rituelle und spirituelle Reinigung, entwickelte sich nach Zeit und Ort jedoch unterschiedlich. Das Kahlscheren galt und gilt in Japan noch heute als äußeres Zeichen für das Eingeständnis eines Fehlers und innere Buße. Im Buddhismus verbindet man mit den Haaren und der Sorge um die Schönheit der Haare niedere weltliche Gedanken und Ablenkung vom Bestreben nach Erleuchtung, gleichwohl die Handhabung dieses Brauches je nach Glaubensgemeinschaft sehr unterschiedlich war und ist.
Das Leben ist wie Radfahren.
「人生とは自転車のようなものだ。倒れないようにするには走らなければならない。」
(アルベルト・アインシュタイン、1879年~1955年)
Jinsei to wa jitensha no yō na mono da. Taorenai yō ni suru ni wa hashiranakereba naranai
“Life is like riding a bicycle. To keep your balance, you must keep moving.”
„Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um das Gleichgewicht zu halten, mußt du in Bewegung bleiben.“ (Albert Einstein, 1879–1955)
Aus Fehlern lernen
七転び八起き
Nanakorobi yaoki
Fällst du siebenmal hin, steh achtmal wieder auf.
Wenn du beim ersten Mal keinen Erfolg hast, versuche es wieder und wieder.
Das menschliche Leben ist eine Serie von Niederlagen.
Niederlagen schulen den Charakter.
Der Mensch wächst auch mit seinen Niederlagen.
An Niederlagen wächst man, wenn man daraus lernt.
七転び八起き
Nanakorobi yaoki
Fall down seven times, get up eight.
If at first you don’t succeed, try, try again.
A man’s [and a woman’s] walking is succession of falls.
If you’re not failing, you’re not growing.
You can’t learn from your mistakes unless you acknowledge what went wrong.
Failure is the seed of growth and success.
Je mehr, desto besser.
多々益々弁ず
Tata masumasu benzu
Lieber zuviel als zu wenig.
Je mehr, desto besser.
多々益々弁ず
Tata masumasu benzu
The more, the better.
Abundance is welcome.
Anmerkung
Der moderne Mensch in Japan zieht in der heutigen gesprochenen Sprache im Alltag sowie in der Schriftsprache für „Je mehr, desto besser.“ wahrscheinlich häufiger Ōkereba ōi hodo yoi 「多ければ多いほど良い」 der obengenannten Wendung vor. Die sprichwörtliche Redensart Tata masumasu benzu 「多々益々弁ず」 ist bildungssprachlich relevant, hat einen militärhistorischen Hintergrund aus dem alten China und bezog sich ursprünglich auf die Zahl der für eine Schlacht zur Verfügung stehenden Soldaten.
Kein Blatt vor den Mund nehmen
歯に衣着せぬ
Ha ni kinu kisenu
Die Zähne kein Gewand tragen lassen.
Kein Blatt vor den Mund nehmen.
Roß und Reiter nennen.
Die Dinge beim Namen nennen.
歯に衣着せぬ
Ha ni kinu kisenu
Unclothed teeth.
Uncovered teeth.
Unhidden teeth.
To call a spade a spade.
Realität ist nur eine Illusion.
「現実は単なる幻想にすぎない。非常にしつこいものではあるが。」(アルベルト・アインシュタイン、1879年~1955年)
Genjitsu wa tannaru gensō ni suginai. Hijō ni shitsukoi mono de wa aru ga
“Reality is merely an illusion, albeit a very persistent one.”
„Realität ist nur eine Illusion, allerdings eine sehr hartnäckige.“ (Albert Einstein, 1879–1955)
Geld kann man nicht essen.
「最後の木が切られたとき、
Saigo no ki ga kirareta toki
最後の川が毒されたとき、
saigo no kawa ga dokusareta toki
最後の魚が釣られたとき、
saigo no sakana ga tsurareta toki
ようやくあなたは、
yōyaku anata wa
お金が食べられないことを悟るだろう」
o-kane ga taberarenai koto o satoru darō
“Only after the last tree has been cut down,
only after the last river has been poisoned,
only after the last fish has been caught,
then will you find that money cannot be eaten.”
„Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluß vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr merken, daß man Geld nicht essen kann.“
